European Espresso: Fortschrittsdruck – steht Europa an einem Wendepunkt für Strukturreformen?
Im Rahmen unserer Espresso-Serie erläutert Portfoliomanager Marc Schartz, warum die europäischen Aktienmärkte 2025 im Vergleich zum US-Markt den besten Jahresauftakt seit zwei Jahrzehnten erlebten – beflügelt durch die Hoffnung auf einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine und Hinweise auf Wirtschaftsreformen auf dem gesamten Kontinent.
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Zentrale Erkenntnisse:
- Die europäischen Aktienmärkte erlebten im Vergleich zum US-Markt den besten Jahresauftakt seit 20 Jahren, angetrieben von rekordhohen relativen Bewertungsabschlägen und der Hoffnung auf einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine.
- Mehrere Initiativen deuten auf politisches Umdenken und potenzielle Strukturreformen in Europa hin, wobei Deutschland ein umfassendes Infrastruktur- und Verteidigungspaket plant, während auf EU-Ebene Änderungen bei der Finanzierung des Verteidigungssektors und bei den Finanzvorschriften in Betracht gezogen werden.
- Europäische Aktien sind trotz der anhaltenden Unsicherheiten nach wie vor attraktiv bewertet und bieten beträchtliche Renditepotenziale, wenn die aktuelle Dynamik anhält. Insbesondere verzeichneten die europäischen Aktienmärkte zuletzt zwar moderate, aber positive Kapitalzuflüsse.
Please note: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die zukünftige Rendite. Der Wert einer Anlage und die daraus erzielten Erträge können sowohl fallen als auch steigen und Sie erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreffen.
Verweise auf einzelne Wertpapiere stellen keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers, einer Anlagestrategie oder eines Marktsektors dar und sollten nicht als gewinnbringend angesehen werden. Janus Henderson Investors, sein verbundener Berater oder seine Mitarbeiter können eine Position in den genannten Wertpapieren halten.
Kreditaufnahme: Wenn ein Unternehmen, eine Privatperson oder eine Regierung vorübergehend Schulden aufnimmt, um Ausgaben oder Investitionen gegen eine andere Form der Vergütung, in der Regel laufende Erträge, zu finanzieren. Siehe auch Fremdfinanzierung.
Kapitalmarktunion: Plan zur Schaffung eines einheitlichen Marktes für Kapital. Das Ziel besteht darin, Geld (Investitionen und Ersparnisse) in der gesamten EU verfügbar zu machen, damit es Verbrauchern, Investoren und Unternehmen zugutekommt, unabhängig davon, wo sie sich befinden.
Abschlag: Bezieht sich auf eine Situation, in der ein Wertpapier unter seinem fundamentalen oder inneren Wert gehandelt wird. Das Gegenteil von einem Aufschlag.
Aktie: Ein Wertpapier, das Eigentumsanteile verbrieft und in der Regel an einer Börse notiert ist. „Aktien“ sind eine Anlageklasse, die Anlagen in Unternehmensanteile im Gegensatz zu z. B. in Anleihen beinhaltet. Dies bedeutet, dass man Anteile an diesem Unternehmen besitzt und somit Teilhaber ist.
Fiskal/Fiskalpolitik: Beschreibt die Politik, mit der ein Staat Steuersätze und Ausgaben festlegt. Die Fiskalpolitik ist von der Geldpolitik getrennt, die normalerweise von der Zentralbank festgelegt wird. Unter fiskalischen Sparmaßnahmen versteht man Steuererhöhungen und/oder Ausgabenkürzungen in dem Versuch, die Staatsverschuldung zu senken. Fiskalische Expansion (oder „Stimulus“) bezieht sich auf eine Erhöhung der Staatsausgaben und/oder eine Senkung der Steuern.
Bruttoinlandsprodukt: Wert aller in einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum (üblicherweise in einem Quartal oder Jahr) erstellten Güter und Dienstleistungen. Wenn das BIP steigt, geben die Menschen mehr aus und die Unternehmen expandieren möglicherweise und umgekehrt. Das BIP ist ein allgemeiner Maßstab für die Größe und Gesundheit der Wirtschaft eines Landes und kann zum Vergleich verschiedener Volkswirtschaften verwendet werden.
Handelsdefizit: besteht, wenn die Importe eines Landes den Wert seiner Exporte übersteigen.
Europäische Aktien erlebten einen guten Auftakt in das Jahr 2025, im Vergleich zu den USA gesehen sogar den besten seit 20 Jahren. Die Frage ist also, ob das von Dauer sein wird.
Auch wenn die Ausgangssituation von Extremen geprägt war, wurden europäische Aktien bis zum Jahr 2025 mit Rekordabschlägen gegenüber US-Aktien gehandelt. Dann, in den ersten beiden Monaten des Jahres, verlagerte sich der Fokus auf einen potenziellen Waffenstillstand in der Ukraine. Dies hätte natürlich verschiedene positive Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft, darunter einen Aufschwung in Osteuropa und eine Verbesserung des Konsumklimas. Wir glauben, dass dies jetzt ziemlich gut verstanden wird. Und natürlich haben wir keine Kristallkugel dafür, wie und wann ein solches Abkommen tatsächlich zustande kommen könnte. Dennoch bietet sich dadurch eine positive Optionalität.
Abgesehen von diesem speziellen Ukraine-Katalysator könnten verschiedene Entwicklungen eine noch langfristigere Wirkung auf die europäische Wirtschaft haben. Wenn wir kurz einen Schritt zurücktreten, wird klar, dass Europa unter enormem Druck steht. Die Wirtschaft stagniert seit mehreren Jahren, während sich der Druck von außen weiter verstärkt hat – und zwar von allen Seiten. Russland untergräbt klar die europäische Sicherheit. China verfolgt eine aggressive Handelspolitik. Die USA sind unzufrieden mit dem Handelsdefizit, sprechen über Zölle und weichen den NATO-Sicherheitsschirm auf.
Europa befand sich zuletzt also in einer Art Druckkessel. Doch wir glauben, dass wir jetzt eine Art Siedepunkt erreicht haben. Warum? Nun, wir haben in letzter Zeit verschiedene Initiativen gesehen, die darauf hindeuten, dass eine Art politisches Umdenken stattfindet und eine Art Strukturreform durchgeführt wird. Aber lassen Sie uns einige dieser Themen näher betrachten.
Beginnen wir mit den Entwicklungen in Deutschland, die gerade sehr aktuell sind. Die neue Regierung ist noch nicht im Amt, aber sie hat bereits angekündigt, dass sie ein ehrgeiziges Infrastrukturpaket in Höhe von 500 Milliarden Euro und einen ähnlichen Betrag für Verteidigung auf den Weg bringen will. Das sind sehr große Zahlen, die das deutsche BIP um ein Prozent pro Jahr steigern könnten. Die gute Nachricht ist, dass Deutschland sich das tatsächlich leisten kann. Damit wird die Verschuldung im Verhältnis zum BIP zwar auf 80% steigen, sie zählt aber immer noch zu den niedrigsten in Westeuropa. Wir könnten hier also einen echten Meilenstein erleben, bei dem Deutschland endlich seine finanzielle Muskelkraft einsetzt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Etwas, auf das die Anleger schon lange, lange gewartet haben.
Ich habe die Verteidigung in Deutschland erwähnt, aber das Thema hat auch eine breitere europäische Dimension. Die Europäische Union spricht darüber, die Verteidigung von den fiskalpolitischen Vorschriften auszunehmen. Es geht um die gemeinsame Kreditaufnahme für Verteidigungszwecke. Dies sind alles Entwicklungen, die noch vor kurzer Zeit sehr unwahrscheinlich erschienen wären. Wir können uns auch die Finanzmarktregulierung ansehen. Jahrelang war es üblich, resolut gegen die Banken vorzugehen, die Kapitalanforderungen immer weiter zu erhöhen und die Regulierung zu verschärfen. Jetzt hat sich die Lage stabilisiert, und jetzt sprechen wir darüber, einen Teil dieser Regulierung zurückzunehmen, und wir sprechen sogar wieder über eine Kapitalmarktunion.
Ein weiteres Thema ist zum Beispiel, dass die Europäische Union vor zehn Tagen angekündigt hat, einige Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung zurückzunehmen. In anderen Worten will man damit Bürokratieabbau vorantreiben, was die Privatwirtschaft stützen sollte. Ein letztes Beispiel betrifft die Automobilindustrie, wo sich die Politik beim Übergang zu Elektrofahrzeugen ein wenig von der Peitsche zum Zuckerbrot bewegt. Es geht also nicht nur darum, die europäischen Hersteller zu bestrafen, sondern sie bei der Umstellung zu unterstützen.
Wissen wir nun, wohin all diese Initiativen führen werden? Die Antwort lautet nein. Und sie sind mit einer Menge Risiken verbunden. Zum Beispiel muss das deutsche Paket noch das Parlament passieren, und es ist alles andere als sicher, dass das gelingt. Der Weg, der vor uns liegt, wird also auf jeden Fall steinig sein. Und sehen Sie, ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit europäischen Aktien, und es wäre nicht das erste Mal, dass wir einen Fehlstart erleben. Dennoch ist es sehr ermutigend, all diese Anzeichen zu sehen, die auf die Bereitschaft hindeuten, die Wirtschaft in Europa in Schwung zu bringen.
Doch kehren wir zurück zu unserem Ausgangspunkt. Die Bewertungsniveaus für europäische Aktien sind nicht sehr anspruchsvoll. Das bedeutet, dass Anleger keinen Aufpreis für diese neuen Optionalitäten und diesen potenziell bevorstehenden positiven Wandel bezahlen und somit attraktive Renditepotenziale bestehen. Tatsächlich wurde seit 2005 ein Kapitalvolumen von 550 Milliarden aus europäischen Aktienfonds oder -portfolios abgezogen. In diesem Jahr sind davon zwar bereits 4 Milliarden zurückgeflossen, aber das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn diese fundamentale Dynamik anhält, besteht also noch enormes Potenzial.
Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von den Ansichten anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere stellt keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers, einer Anlagestrategie oder eines Marktsektors dar und sollten nicht als gewinnbringend angesehen werden. Janus Henderson Investors, die mit ihr verbundenen Berater oder ihre Mitarbeiter haben möglicherweise eine Position in den genannten Wertpapieren.
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Alle Performance-Angaben beinhalten Erträge und Kapitalgewinne bzw. -verluste, aber keine wiederkehrenden Gebühren oder sonstigen Ausgaben des Fonds.
Der Wert einer Anlage und die Einkünfte aus ihr können steigen oder fallen. Es kann daher sein, dass Sie nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten.
Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Anlageberatung dar.
Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreten.
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WICHTIGE INFORMATIONEN
Bitte lesen Sie die folgenden wichtigen Informationen zu den Fonds im Zusammenhang mit diesem Artikel.
- Aktien/Anteile können schnell an Wert verlieren und beinhalten in der Regel höhere Risiken als Anleihen oder Geldmarktinstrumente. Daher kann der Wert Ihrer Investition steigen oder fallen.
- Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen können volatiler sein als Aktien größerer Unternehmen und bisweilen kann es schwierig sein, Aktien zu bewerten oder zu gewünschten Zeitpunkten und Preisen zu verkaufen, was das Verlustrisiko erhöht.
- Wenn ein Fonds ein hohes Engagement in einem bestimmten Land oder in einer bestimmten Region hat, trägt er ein höheres Risiko als ein Fonds, der breiter diversifiziert ist.
- Der Fonds kann Derivate einsetzen, um das Risiko zu reduzieren oder das Portfolio effizienter zu verwalten. Dies bringt jedoch andere Risiken mit sich, insbesondere das Risiko, dass ein Kontrahent von Derivaten seinen vertraglichen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommt.
- Wenn der Fonds Vermögenswerte in anderen Währungen als der Basiswährung des Fonds hält oder Sie in eine Anteilsklasse investieren, die auf eine andere Währung als die Fondswährung lautet (außer es handelt sich um eine abgesicherte Klasse), kann der Wert Ihrer Anlage durch Wechselkursänderungen beeinflusst werden.
- Wenn der Fonds oder eine währungsabgesicherte Anteilsklasse versucht, die Wechselkursschwankungen einer Währung gegenüber der Basiswährung des Fonds abzumildern, kann die Absicherungsstrategie selbst aufgrund von Unterschieden der kurzfristigen Zinssätze zwischen den Währungen einen positiven oder negativen Einfluss auf den Wert des Fonds haben.
- Wertpapiere innerhalb des Fonds können möglicherweise schwer zu bewerten oder zu einem gewünschten Zeitpunkt und Preis zu verkaufen sein, insbesondere unter extremen Marktbedingungen, wenn die Preise von Vermögenswerten möglicherweise sinken, was das Risiko von Anlageverlusten erhöht.
- Der Fonds könnte Geld verlieren, wenn eine Gegenpartei, mit der er Handel treibt, ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Fonds nicht nachkommen kann oder will, oder als Folge eines Unvermögens oder einer Verzögerung in den betrieblichen Abläufen oder des Unvermögens eines Dritten.
Besondere Risiken
- Aktien/Anteile können schnell an Wert verlieren und beinhalten in der Regel höhere Risiken als Anleihen oder Geldmarktinstrumente. Daher kann der Wert Ihrer Investition steigen oder fallen.
- Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen können volatiler sein als Aktien größerer Unternehmen und bisweilen kann es schwierig sein, Aktien zu bewerten oder zu gewünschten Zeitpunkten und Preisen zu verkaufen, was das Verlustrisiko erhöht.
- Wenn ein Fonds ein hohes Engagement in einem bestimmten Land oder in einer bestimmten Region hat, trägt er ein höheres Risiko als ein Fonds, der breiter diversifiziert ist.
- Der Fonds kann Derivate einsetzen, um das Risiko zu reduzieren oder das Portfolio effizienter zu verwalten. Dies bringt jedoch andere Risiken mit sich, insbesondere das Risiko, dass ein Kontrahent von Derivaten seinen vertraglichen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommt.
- Wenn der Fonds Vermögenswerte in anderen Währungen als der Basiswährung des Fonds hält oder Sie in eine Anteilsklasse investieren, die auf eine andere Währung als die Fondswährung lautet (außer es handelt sich um eine abgesicherte Klasse), kann der Wert Ihrer Anlage durch Wechselkursänderungen beeinflusst werden.
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- Der Fonds könnte Geld verlieren, wenn eine Gegenpartei, mit der er Handel treibt, ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Fonds nicht nachkommen kann oder will, oder als Folge eines Unvermögens oder einer Verzögerung in den betrieblichen Abläufen oder des Unvermögens eines Dritten.